Benefizkonzert zur Einweihung des neuen Steinway-Flügels
Thomas Hofer und Julia Rempe als Leihgeber musizierten für begeistertes Publikum
Zu einem großen Benefizkonzert hatten die Dr.-Johanna-Decker-Schulen am 28. Februar 2026 geladen: „Wenn Musik erklingt, wachsen junge Menschen über sich hinaus“, so lautete das Motto, das der Förderverein der DJDS Amberg e. V. als
Mitveranstalter dem Abend gab. Das Konzert war gleichzeitig auch Einweihungsfeier für den exzellenten Steinway-Flügel, den die DJDS als Dauerleihgabe vom Künstlerehepaar Thomas Hofer und Julia Rempe erhalten haben. Für die großzügige Überlassung des wertvollen Instruments dankte Schulleiter Hans Kistler in seiner Begrüßung ausdrücklich.
Die erste Hälfte des Konzerts wurde von DJDS-Schülerinnen bestritten, und nach einer Pause, in der das Publikum mit Getränken und kleinen Speisen vom Förderverein und Schülerinnen des Realschulzweigs mit Profilfach „Ernährung und Gesundheit“ versorgt wurde, waren die erwachsenen Musiker an der Reihe: Musiklehrkräfte, der Schulleiter und das Künstlerehepaar Rempe/Hofer.
Marie Birner (G11A) präsentierte ein „Notturno“ von Edvard Grieg. Die Beschreibung der träumerischen und poetischen Stimmung einer nordischen Sommernacht gelang ihr ansprechend durch gesangliche Linienführung.
Franziska Luig (Q12) trug zunächst sauber und charmant „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ von Karel Svoboda vor, später dann den ersten Satz aus der berühmten „Mondscheinsonate“ von Ludwig van Beethoven. Die ruhige, getragene Grundstimmung, auf deren Hintergrund sich feine Spannungsbögen entwickeln, vermochte sie überzeugend zu vermitteln.
Klara Bode (G9C) erfreute die Zuhörer mit vier Werken, als erstes mit „Präludium und Fuge in d-moll“ (BWV 851) von J. S. Bach. Mit konzentrierter Gelassenheit ließ sie die Läufe des Präludiums perlen und gestaltete die Fuge rhythmisch präzise und doch musikalisch atmend. Beim 1. Satz (Presto alla tedesca) aus Ludwig van Beethovens „Kuckuckssonate“ (Klaviersonate N. 25 in G-Dur, op. 79) zeigte sie eine heitere, schelmische Seite, bei der die leichte, tänzerische Beweglichkeit der Melodie trotz des sportlich anspruchsvollen Tempos immer die Oberhand behielt. Hierauf folgte Claude Debussys „Dr. Gradus ad Parnassum“ (aus „Children’s Corner”), bei dem Klara die verschiedenen Klangfarben und Stimmungen des Stücks durch feine dynamische Abstufungen lebendig und fließend darbot. Debussys „Arabesque No. 1“ schließlich mit ihren schnellen, filigranen Läufen und Verzierungen musizierte sie mit natürlicher Leichtigkeit und Eleganz.
Zwei Werke mit Querflöte(n) und Klavier rundeten die erste Programmhälfte ab: Johanna Weigl (G10B) spielte, begleitet von Thomas Pöller, die einleitende „Sinfonia“ zur Bach-Kantate „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“ (BWV 156). Johanna wurde der melancholischen Stimmung des Werks durch einen runden Ton und gefühlvolle Phrasierung gerecht.
Christina Schwab und Anna Kopf an den Querflöten wurden begleitet von Christina Viehhauser (alle R10A) beim „Pink Panther“-Thema von Henry Mancini. Der coole, verschmitzte Charakter des Stücks kam durch die swingende Phrasierung der Musikerinnen und ihre saubere Intonation gut zum Ausdruck.
Die zweite Hälfte des Konzerts wurde von Elke Bengler und Thomas Pöller mit der 4-händigen „Sonate in D-Dur“ von W. A. Mozart (KV 381) eröffnet. Harmonisch aufeinander abgestimmt präsentierten sie das freundlich-lebhafte Werk mit spielerischer Leichtigkeit.
Die Nachtigallen-Arie „Sweet Bird“ von G. F. Händel (L’Allegro, il Pensiero ed il Moderato) wurde von Sopranistin Julia Rempe mit verblüffender Gesangstechnik vorgetragen, klangschön begleitet von Thomas Hofer, Violine, und Thomas Pöller, Klavier. In kunstvoller Imitation ahmten Sopran und Violine den Gesang der Nachtigall nach.
Aus Aram Chatschaturians „Trio für Klarinette, Violine und Klavier“ spielten Hans Kistler, Klarinette, Thomas Hofer, Violine und Thomas Pöller, Klavier den 1. Satz, „Andante con dolore, molt’espressione“. Hier entfaltete sich eine klagende, von orientalischer Färbung durchzogene Klangwelt, bei der Klarinette und Violine in engem Austausch standen.
Ein Kabinettstück an Virtuosität und musikalischem Humor folgte mit Mátyás Seibers „Drei Morgensternlieder für Sopran und Klarinette“; in einer kunstvollen Verbindung von vokaler Lyrik und kammermusikalischer Klarinettenbegleitung, die durch ihre klare, transparente Textur und die intime Klangfarbe bestach, sang Julia Rempe die heiteren Morgenstern-Gedichte „Die Trichter“, „Das Knie“ und „Das Nasobem“. Dabei war Hans Kistler nicht nur Begleiter, sondern eher musikalischer Dialogpartner, mit immer wieder abenteuerlichen Tonfolgen. So brachte das Duett die aufmerksam lauschenden Zuhörer ein ums andre Mal zum Schmunzeln.
Thomas Hofer und Thomas Pöller führten wieder zu etwas ernsthafterer Musik zurück. Mit Mozarts „Sonate für Klavier und Violine in B-Dur“ (KV 454, 1. und 2. Satz) präsentierten sie ein herausragendes Beispiel für die Kammermusik der Wiener Klassik – lebhaft und elegant im Allegro, lyrisch und gesanglich im Andante.
Den Schlusspunkt setzten Julia Rempe und Thomas Pöller mit „À Chloris“ von Reynaldo Hahn, einem Lied voller Hoffnung und Melancholie. Die Verbindung aus barocker Strenge und romantischer Empfindsamkeit schuf eine ganz besondere Klangwelt.
Nach begeistertem Applaus und dem Dank des Schulleiters an alle Beteiligten folgte als Zugabe noch Eliza Doolittles Lied „I could have danced all night“ aus dem Musical „My Fair Lady“, das Julia Rempe mitreißend und schwungvoll sang, während ihre Begleiter an Klavier, Violine und Klarinette mühelos das ganze Orchester abbildeten. Ein fabelhaftes Finale für ein unterhaltsames und hochklassiges Konzert, das deutlich machte, welch besonderen Stellenwert die Musik an den Dr.-Johanna-Decker-Schulen genießt, und ein Einstand, wie ihn sich der Steinway-Flügel nicht schöner hätte wünschen können.
Text: Peter Ringeisen
Bilder: Hendrik Rosenboem




















