Bunt, süß, gefährlich: Vapes im Fokus bei unseren 8. Klassen
Gesundheitsamt Amberg klärt in interaktiven Workshops über Risiken, Sucht und Umweltfolgen von E-Zigaretten auf
Im Federmäppchen fallen sie nicht auf, sondern schauen auf den ersten Blick wie Stifte aus: Vapes sind ein großes Problem an Schulen. Oder wie eine Achtklässlerin feststellte: „Sie sind normal, weil man sie im Alltag so häufig sieht.“ Jugendliche halten sie oft für gesünder als Zigaretten, da keine Verbrennung stattfindet. Dennoch können sie schnell süchtig machen. Binnen Sekunden erreicht das Nikotin die Rezeptoren im Gehirn, was ein angenehmes Gefühl hervorruft. Das Gehirn ist bei Jugendlichen jedoch noch lange nicht ausgereift und kann durch Vapes beeinträchtigt werden. Doch auch E-Zigaretten ohne Nikotin sind nicht ungefährlich, denn sie können ebenfalls das Lungengewebe schädigen. Langzeitstudien fehlen aber natürlich noch, da solche Dampfgeräte ein relativ neuer Trend sind.
Auf Reiz und Risiken beim Vapen wiesen Dhana Balleisen und Carina Rösl vom Gesundheitsamt Amberg hin. An drei Vormittagen im März 2026 hielten sie jeweils für ein oder zwei 8. Klassen unseres Gymnasiums und unserer Realschule einen 135-minütigen Workshop. Die Tabakwerbung ist ja in Deutschland seit 2021 stark eingeschränkt. Auf social media bekommen junge Leute aber den Eindruck, dass E-Zigaretten etwas völliges Selbstverständliches sind, da viele Influencer in ihren Video nebenbei vapen oder dies auch plakativ als „cool“ anpreisen. Kreative Namen wie „Ballermann“, „Vampire vape“ oder „cold peach“ machen Vaporizer attraktiv, sodass man sie eher für eine Süßigkeit als für eine Zigarette hält, wie Balleisen betonte.
Die Referentinnen verdeutlichten, dass E-Zigaretten nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt schädlich sind, da schon nach wenigen Zügen Elektroschrott produziert wird. Es ist ähnlich wie bei Handys Lithium enthalten, aber nicht selten landen Vapes fälschlicherweise im Restmüll. Die Achtklässlerinnen wurden immer wieder interaktiv eingebunden und konnten zum Beispiel über ihr Tablet eine Schätzung abgeben, wie viel Prozent der Deutschen rauchen. Das sind übrigens ca. 29 Prozent.
Offiziell kann man E-Zigaretten erst ab 18 Jahren kaufen und theoretisch wissen unsere Schülerinnen spätestens jetzt bestens Bescheid, dass das „Dampfen“ viele Nachteile mit sich bringt. Bleibt zu hoffen, dass sie das in der Praxis auch beherzigen und „Nein“ sagen, wenn in der Clique Vapes herum gereicht werden.
Organisiert wurde diese Vortragsreihe von Studiendirektor Markus Hammer.


