Gut zu Fuß und gut bei Stimme

Die DJDS bei der 197. Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting

Für manche, die in den letzten Jahren schon beim Pilgern dabei waren, stand der Termin bereits seit Monaten im Kalender: Am Donnerstag vor Pfingsten fiel wieder der Startschuss für die alljährliche Fußwallfahrt von Regensburg nach Altötting. Rund 60 Personen fasste unsere Pilgergruppe der DJDS in diesem Jahr!

Los ging es für die Schülerinnen und Lehrkräfte um 05.30 Uhr am Maxplatz, von wo unser Bus und zur Albertus-Magnus-Kirche fuhr, wo zum Start in die drei Tage gemeinsam die Heilige Messe gefeiert wurde. Bei schönstem Pilgerwetter begleitete uns OStD Hans Kistler unser erstes Wegstück aus Regensburg hinaus. Nach einer ersten Pause – dieses Jahr zur Abwechslung einmal in Sünching und nicht wie sonst in Mangolding – marschierten wir bei strahlendem Sonnenschein weiter nach Geiselhöring, wo uns das sommerliche Wetter zu einer Kugel Eis verlockte, bevor es bereits in den Endspurt des ersten Pilgertages ging: nach Mengkofen. Für einen Teil der DJDS-Gruppe ging es zur Übernachtung nach Sankt Johannes in Dingolfing, für den anderen Teil nach Loiching. Aber egal, in welchem der beiden Quartiere man die Nacht verbrachte: Hungrig bleiben war schlicht keine Möglichkeit bei dem, was sich unsere Quartiersleute wieder an Verpflegung ausgedacht hatten!

Dementsprechend erholt konnten wir am Freitag nach der Frühmesse unseren zweiten Wallfahrtstag um 08.00 Uhr in Dingolfing beginnen, von wo aus wir den Vormittag bis Frontenhausen pilgerten. Wie in jedem Jahr durfte dort ein Abstecher zum berühmten Eberhofer-Kreisel nicht fehlen, den sich die ein oder andere Schülerin auch noch stilecht mit einer Leberkassemmel vom Metzger Simmerl versüßte. So gestärkt ging es bei sommerlichen Temperaturen weiter durch das „Singende Tal“, dem unsere Schülerinnen motiviert die Ehre erwiesen, egal ob bei klassischen Marienliedern oder neuen geistlichen Liedern. Nach unserer letzten Rast an diesem Tag in Seemannshausen war es noch ein kleines Stück bis zu unserem zweiten Tagesziel Gangkofen, wo wir zur Übernachtung einkehrten. Unerwartet hoher Besuch wurde uns hier kurz vor dem Zubettgehen zuteil, da Pilgerführer Bernhard Meiler unserer Gruppe die Ehre eines spontanen Besuchs erwies, um sich vom Pilgerlied der DJDS zu überzeugen, das StR i.K. Oliver Weiß, der die Teilnahme an der Wallfahrt wie gewohnt organisierte, wenige Wochen zuvor getextet hatte. Etwas später als geplant ging es am Freitagabend also ins Bett, bevor es nach nur wenigen Stunden Schlaf in den letzten der drei Tage hinein ging.

Von Gangkofen aus wurde unsere Gruppe mit dem Bus nach Massing gefahren, von wo aus wir – nur mit einer Kerze ausgestattet – mit der Lichterprozession bis in den Sonnenaufgang hinein wanderten. Nach einer letzten Rast in Wald durfte unsere Gruppe wie auch schon in den letzten beiden Jahren wieder den Pilgerzug anführen, bis hinein auf den Kapellplatz in Altötting. Von dort zog der mittlerweile über 5000 Personen starke Zug in die Basilika Sankt Anna ein. Dorf stand unserer Gruppe schließlich der große Auftritt bevor: Vor der gesamten Pilgerschar sangen wir – frei nach „Westerland“ von den Ärzten – unser neues DJDS-Pilgerlied „Ich will zu unsrer lieben Frau“, in das die Pilger spontan mit Klatschen einstimmten. Die Abschlussmesse selbst feierte Diözesanbischof Rudolf Voderholzer mit uns, der das Engagement unserer Schülerinnen erneut würdigte. Im Anschluss an die Messe genossen wir nach einem ausgiebigen Mittagessen noch einen Bummel über den Kapellplatz, bevor wir mit dem Bus wieder nach Amberg heimfuhren.

Die Ferien mit einer Schulveranstaltung einläuten? Freiwillig 100 Kilometer laufen und dabei beten und singen? Farin Urlaub in einem katholischen Gottesdienst schmettern? Den ersten Ferientag mit Mitschülerinnen und Lehrkräften verbringen? Was für manch einen völlig abstrus klingen mag, war für viele Schülerinnen der DJDS ein absolut gelungener Start in die Ferien, der wieder einmal gezeigt hat: Schule bedeutet mehr als Klassenzimmer, Prüfungsstress oder sture Pflichterfüllung, ganz im Gegenteil: Schule kann auch Freiheit in der Natur, spirituelles Auftanken und aktive Teilnahme am christlichen Glaubensleben bedeuten.
Für dieses Erleben von Schulgemeinschaft und Gotteserfahrung konnte sich jeder Teilnehmer unsere Gruppe dankbar schätzen. Pilgerführer Meiler betonte mehrfach, dass die Schülerinnen die Zukunft der Wallfahrt seien. Und so singt vielleicht manche Schülerin bereits wenige Tage nach der diesjährigen Wallfahrt bereits die folgenden Textzeilen: „Oh, ich hab solche Sehnsucht, die Wolken weiß, der Himmel blau. Ich will wieder nach Altötting. Ich will zu unsrer lieben Frau.“ bis zum nächsten Jahr!

 

Text, Bilder: Oliver Weiß