„Heute Vormittag: Lola Blau“ – Theaterbesuch der 9. Klassen im Stadttheater
Ein eindrucksvolles Ein-Personen-Musical mit Laura Brettschneider
Sie tanzte, sang und spielte 80 Minuten lang mit vollem Körpereinsatz: Die Schauspielerin Laura Brettschneider von der Badischen Landesbühne Bruchsal unterhielt ihr Schülerpublikum am Montag, 24. November 2025, musikalisch auf hohem Niveau. Die drei 9 Klassen unseres Gymnasiums mit den Begleitlehrkräften Simone Kurbjuweit und Michael Rothmaier sahen sich die Vormittagsvorstellung von „Heute Abend: Lola Blau“ an. Das Musical von Komponist Georg Kreisler beschäftigt sich mit einer jungen jüdischen Frau, die sich 1938 zu Beginn des Stücks auf ihre erste Anstellung am Theater Linz freut. Doch nachdem Hitler in Österreich einmarschiert ist, erhält sie als Jüdin eine Absage und auch ihre Zimmerwirtin will Lola möglichst schnell los werden. Lola Blau flieht erst in die Schweiz und dann in die USA. Dort wird sie ein Star, aber nicht glücklich, sodass sie nach dem Zweiten Krieg nach Österreich zurückkehrt. Hier erkennt man Parallelen zur Biograpie Kreislers, der als Jude ebenfalls 1938 ins Exil nach Amerika ging und dort die ersten Erfolge seiner Karriere feiern konnte. In seinem Musical ließ er eine Leerstelle für ein Lied der freien Wahl, in der Laura Brettschneider „Big Spender“ vortrug. Begleitet wurde die 23-jährige begabte Schauspielerin und Sängerin von Oliver Taupp am Klavier und Konstantin Malikin am Cello. Was jedoch die Sprech- und Singtexte betraf war sie im Ein-Personen-Stück ganz auf sich alleine gestellt. Neben Talent verfügt sie auch über eine solide Ausbildung und viel Erfahrung: Bereits mit sieben Jahren stand Laura Brettschneider auf der Bühne, wie sie unseren Schülerinnen im Nachgespräch erzählte. Nach einer Gesangsausbildung im klassischen Bereich schloss sie 2023 eine Lehre zur Musicaldarstellerin ab. Auf die Frage nach ihren beruflichen Zielen antwortete die junge Künstlerin: „Ich träume nicht vom großen internationalen Durchbruch. Mein Anspruch ist es, mich künstlerisch weiterhin zu verbessern. Ich bin glücklich, dass ich den Beruf ausüben kann, der mir Freude macht.“ Das war auch ihr Rat an die Schülerinnen: „Wenn ihr Buchhalterin werden wollt, werdet Buchhalterin. Wenn ihr Lehrerin werden wollt, werdet Lehrerin. Aber es wäre furchtbar, wenn man nur stupide die Arbeitszeit absitzt und keinen Sinn in der Tätigkeit sieht!“
Zum Abschluss bat Laura Brettschneider die Schulklassen um einen Stimmungstest, wie ihnen der Vormittag gefallen hat: Sofort wurden alle Daumen nach oben gereckt!
Text, Bilder: Simone Kurbjuweit





