Immer on – Medienvortrag für die 6. Klassen am DJDG und DJDS

Medienpädagogin Sabine Wagner gibt Tipps zum sicheren Umgang mit Smartphone und Internet

Sabine Wagner vom Jugendmedienzentrum T1 in Tirschenreuth ist schon Stammgast an unserer Schule: Auch dieses Schuljahr hielt die Medienpädagogin am 2. und 8. Oktober 2025  einen Vortrag in den 6. Klassen unseres Gymnasiums und unserer Realschule. Organisiert wurde dieses Projekt wieder von der Lehrkraft Sabine Witzany.

Jeweils drei Schulstunden lang bekam jede Klasse einzeln Tipps und Regeln an die Hand, was man bei der Nutzung des Internets beachten sollte. Dass der Besitz eines internetfähigen Handys Probleme mit sich bringen kann, hatte die ein oder andere Schülerin schon am eigenen Leib erfahren. Ein Mädchen erzählte von einem Weltrekordversuch im Mai 2025, den ein Elfjähriger aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach gestartet hatte: Sein Plan, die größte Chat-Gruppe der Welt zu eröffnen, lief erst recht gut, da sich fast 1000 Teilnehmer fanden – darunter auch etliche DJDS-Schülerinnen. Die Inhalte dieser Whats-App-Gruppe beschäftigte jedoch sogar die Polizei. Jedes Mitglied dieser Chat-Gruppe könne strafrechtlich belangt werden: Da beispielsweise Nachrichten mit Hakenkreuzen verbreitet wurden, ist es möglich, wegen Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen angezeigt zu werden.

Sabine Wagner betonte, es komme nicht selten vor, dass die Polizei nach einer Anzeige an Schulen Handys kontrolliert. Die Beteuerung „Ich habe das Foto gar nicht gesehen, weil so viele Nachrichten in der Gruppe waren“ schützt nicht vor Strafe.

In einer sechsten Klasse sind 18 von 21 Schülerinnen bei WhatsApp aktiv. Laut den Nutzungsbedingungen ist diese App theoretisch ab 13 Jahren erlaubt, unter 16 Jahren benötigt man bekanntlich die Zustimmung der Eltern. Deshalb sollen es die Mädchen auch nicht als Bevormundung auffassen, wenn Mama oder Papa sich ab und zu den Chatverlauf und die Fotos in der Galerie zeigen lassen. Viele Schülerinnen erzählten, dass ihre Eltern Medienzeit und Inhalte zum Beispiel über den Google Family Link sorgfältig kontrollieren, was Sabine Wagner sehr begrüßenswert fand.

Es ist bei Kindern in dem Alter sogar die Pflicht der Erziehungsberechtigten, sich die WhatsApp-Aktivitäten in Stichproben anzusehen. Wichtig ist zudem, die Einstellungen geschickt zu wählen: Aus Datenschutzgründen sollten beispielsweise nur die gespeicherten Kontakte das Profilbild, den Status oder die Anzeige „zuletzt online“ sehen können. Fotos oder Nachrichten, die einem seltsam vorkommen, sollte man sofort den Eltern zeigen.

Außerdem wurden die Apps Snapchat, TikTok, Be Real, Instagram und Roblox besprochen. Facebook wird mittlerweile überwiegend von der Generation der Eltern und Lehrern genutzt und ist bei Jugendlichen wenig beliebt. Sabine Wagner bietet zudem Vorträge für Eltern an. Dort geben viele Erwachsene ehrlich zu, dass sie selbst das Handy öfter nutzen als es ihnen gut tut.

Mit gesundem Menschenverstand genutzt, kann jede App den Alltag aber bereichern.

Text: Simone Kurbjuweit, Bilder: Hendrik Rosenboem