Infotag zum Marchtaler Plan in Regensburg

Gemeinsame Orientierung am Leitbild des Marchtaler Plans

Am Buß- und Bettag haben die Schülerinnen und Schüler traditionell frei – die Lehrkräfte dafür umso mehr Programm. So auch am 19. November 2025, als ein Bus voller Kolleginnen und Kollegen der Dr.-Johanna-Decker-Schulen pünktlich um 7:45 Uhr vom Maxplatz nach Regensburg aufbrach. Dort fand von 9 bis 16 Uhr der Infotag der Schulstiftung zum Marchtaler Plan statt.

Der Tag begann feierlich: In der Dominikanerkirche St. Blasius feierten rund 400 Lehrkräfte aus allen Schulen der Katholischen Schulstiftung gemeinsam Gottesdienst. In Vertretung von Bischof Rudolf Voderholzer, der sich in Rom befand, zelebrierte Domkapitular Martin Priller. Konzelebranten waren unser Schulgeistlicher Reinald Bogensperger und Domvikar Andreas Albert. Noch in der Kirche begrüßte unser ehemaliger Schulleiter Günter Jehl, heute Direktor der Schulstiftung, alle Anwesenden herzlich.

In Predigt und Grußworten wurde das aktuelle apostolische Schreiben von Papst Leo XIV. vom 27. Oktober 2025 aufgegriffen. Deutlich wurde dabei: Die katholische Schule versteht Bildung als etwas Ganzheitliches. Der Glaube soll dabei wie ein Atem wirken, der alle anderen Fächer belebt. Und klar wurde auch: Technologie kann Lehrkräfte unterstützen, aber nicht ersetzen – denn kein Algorithmus kann Poesie, Humor, Zuwendung, Kreativität oder die Freude am gemeinsamen Entdecken vermitteln. Auch nicht die Kunst, Fehler als Chance zu begreifen.

Im Anschluss boten verschiedene Workshops die Gelegenheit, zentrale Elemente des Marchtaler Plans kennenzulernen oder zu vertiefen: Freie Stillarbeit, Morgenkreis und Vernetztes Lernen. Die meisten Referentinnen und Referenten kamen aus Schulen, die seit vielen Jahren erfolgreich nach dem Marchtaler Plan arbeiten – unter anderem aus Riedenburg, Eichstätt und Ingolstadt. Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen wurde von vielen als besonders bereichernd erlebt.

Parallel dazu erläuterte Dr. Peter Nothaft, Direktor des Katholischen Schulwerks, in zwei Vorträgen die Grundgedanken des Marchtaler Plans. Er hob hervor, dass katholische Schulen nicht auf frühe Auslese setzen. Stattdessen steht im Mittelpunkt, jede Schülerin und jeden Schüler so zu begleiten, dass ein passender Schulabschluss erreicht werden kann – ein Anspruch, der viele von uns noch einmal neu motiviert hat.

Gegen 17:30 Uhr traf der Bus wieder in Amberg ein. Eine zufällig vorbeikommende Schülerin staunte nicht schlecht, als rund 50 Lehrkräfte gleichzeitig ausstiegen – sichtlich erschöpft, aber geprägt von einem Tag, der neue Impulse für die schulische Weiterentwicklung setzte.

Text: Simone Kurbjuweit, Bilder: KSW

Weiterführende Informationen finden Sie im Artikel des Bistums Regensburg: