MeX‑Impulsnachmittag: „Wer bin ich – und wer kann ich werden?“

Inspiration, Persönlichkeitsentwicklung und Zukunftsperspektiven für Schülerinnen an den DJDS Amberg

Am 16. April 2026 fand im Gerhardingersaal ein besonderer MeX‑Impulsnachmittag statt, der ganz im Zeichen der Frage stand: „Wer bin ich – und wer kann ich werden?“
Eingeladen waren Mädchen der Mittel- und Oberstufe (8.–13. Klasse), die sich freiwillig im Rahmen des Förderprogramms „MeX – Mädchen in Exzellenz“ engagieren. Der Nachmittag war dabei bewusst als kleines „Zuckerl“ gestaltet – mit inspirierenden Referenten, Raum für Austausch und neuen Perspektiven für die eigene Zukunft.

Zuerst einmal war für das leibliche Wohl gesorgt: Pizza, Äpfel, Kekse und Getränke boten einen entspannten Einstieg zum Ankommen und Kennenlernen. Nach der Begrüßung durch die MeX‑Mentoren Hr. Gerber und Fr. Pröls startete ein abwechslungsreiches und inhaltlich dichtes Programm.

„Mehr als einer: Die vielen Rollen in uns“

Den Auftakt machte Fabian Schünke, Geschäftsführer der Herding GmbH Filtertechnik, mit seinem Vortrag „Mehr als einer: Die vielen Rollen in uns – und über die Kunst, über sich hinauszuwachsen“ (begleitet wurde er von Pascal Thelen, dem Assistenten der Geschäftsleitung).
Eine Stunde lang zog Fabian Schünke die Schülerinnen mit persönlichen Anekdoten, ehrlichen Einblicken in seinen eigenen Werdegang und einer sehr nahbaren Art in seinen Bann.

Gleich zu Beginn wurden die Mädchen aktiv: In einer Skizze hielten sie fest, welche Rollen sie in ihrem Leben einnehmen – etwa als Schülerin, Musikerin, Freundin oder Sportlerin. Diese Visualisierung regte zum Nachdenken an und bildete einen gelungenen Einstieg in zentrale Fragen von Identität und Selbstbild und eben den eigenen Rollen.

In seinem Vortrag machte Schünke unter anderem deutlich, dass Motivation allein nicht ausreicht, um Herausforderungen zu meistern. Vielmehr erläuterte er, dass das Selbst aus bewussten und unbewussten Anteilen bestehe und nach außen durch eine Rolle oder Persona (lateinisch für „Maske“) sichtbar werde. Spannungen oder auch Depressionen entstehen dort, wo die Rolle dauerhaft zu viel auffangen müsse, während Zufriedenheit dort wachse, wo Selbst und Rolle möglichst im Einklang verlaufen.
Herr Schünke skizzierte all seine Gedanken spontan an der Flipchart – klar, lebendig und so anschaulich, dass alle folgen konnten.

Besonders eindrucksvoll war seine Botschaft zum Lebensglück: Ein dauerhaft glückliches Leben sei kaum erreichbar, Zufriedenheit hingegen das größte Gut. Dafür brauche es Mut, Vertrauen – und manchmal auch ein sogenanntes „Trüffelschwein“: einen Menschen oder einen unerwarteten Moment, der einem ganz unverhofft eine neue Chance eröffnet. Ebenso könne man selbst ein solches Trüffelschwein für andere sein!

(Dass beide Referenten der Schule auch durch ihre Familien persönlich verbunden sind, verlieh dem Nachmittag eine besondere Nähe – für ihr Engagement für unsere Schule und ihre Impulse danken wir herzlich.)

Einblicke in Studium und Zukunft an der OTH

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Brunner von der Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik der OTH Amberg/Weiden die vielfältigen Studienmöglichkeiten vor. Er gab einen Überblick über alle Bachelorstudiengänge, den Studienablauf sowie Angebote wie Frühstudium und PrepareING, ein Schnupperstudium für Interessierte. Zudem wies er auf kommende Veranstaltungen hin, etwa die InformatikSchool4Girls 2026.

Besonders überzeugend war seine Erklärung, warum an Hochschulen heute vor allem Kompetenzen vermittelt werden. Inhalte veränderten sich schnell – entscheidend sei die Fähigkeit, Probleme zu lösen. Anschaulich schilderte er, dass er Informatik zu einer Zeit studiert habe, in der es noch keine Smartphones gab, und dennoch heute erfolgreich als Informatik-Professor tätig ist.

Persönlichkeit verstehen – Potenziale entfalten

Den Abschluss der Vortragsreihe gestaltete Dr. Margarete Rauch, Schulpsychologin an den DJDS, mit ihrem Beitrag „Wer bin ich – und wer kann ich werden?“ aus Sicht der Persönlichkeitspsychologie.

Mit einer anonymisierten Stellenbeschreibung als Einstiegsimpuls machte sie deutlich, wie vielseitig Interessen und Fähigkeiten zusammenspielen können. Anschließend spannte sie einen Bogen von der antiken Vier‑Säfte‑Lehre über moderne Persönlichkeitstheorien bis hin zu den BigFive. Dabei zeigte sie auf, dass Anteile genetisch bedingt sind und Anteile erlernt werden – und dass neue Erkenntnisse belegen, dass die Genaktivität ein- oder ausgeschaltet (aktiviert oder deaktiviert) werden kann. Ihr Fazit: Veränderung und Weiterentwicklung sind immer möglich – entscheidend ist, das zu tun, was wirklich zählt. Do what matters! Diesen wunderbaren Tipp gab Sie allen Anwesenden mit auf den Weg.

 Stimmen zum Nachmittag

Frau Pröls zog ein persönliches Fazit:

„Besonders beeindruckt hat mich im Vortrag von Herrn Schünke die Erkenntnis, dass mein Verhalten – egal in welcher Rolle – immer Wirkung zeigt und dass ich diese Wirkung bewusst gestalten und planen kann“.

Herr Gerber unterstütze Frau Pröls in ihrer Meinung zum Vortrag:

„Es ist schön zu sehen, dass man nicht immer einen perfekten Lebenslauf haben muss, um Karriere zu machen. Die sozialen Verbindungen und das Vertrauen von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist meist wichtiger!“

Auch die Schülerinnen gaben positives Feedback. So fasste Nele den Nachmittag als „interaktiv und sehr lehrreich“ zusammen, während Veronika ihn als „aufklärend und nah an unserer Lebenswirklichkeit“ beschrieb.

Nach einem gemeinsamen Abschluss endete der MeX‑Impulsnachmittag mit viel Applaus, neuen Denkanstößen und dem Gefühl, ein Stück klarer auf das eigene „Wer bin ich – und wer kann ich werden?“ zu blicken.

Text: Daniela Pröls; Bilder: P. Thelen, Maximilian Gerber und Daniela Pröls