Ein Tag in Flossenbürg – Exkursion der G11/Q12

Erinnern und innehalten

Als unsere Klasse mit unserem Klassenleiter, Herrn Hackl, darüber sprach, dass wir gerne ein ehemaliges Konzentrationslager besuchen würden und es schade fanden, diese Möglichkeit während der Coronazeit verpasst zu haben, nahm er unser Anliegen sofort ernst und begann mit der Planung. Nach zahlreichen Telefonaten und E-Mails stand der Termin schließlich fest und der Ausflug war organisiert.  

An einem regnerischen Dienstag machten wir uns also auf den Weg nach Flossenbürg – erfreut über den Doppeldeckerbus, mit dem wir fuhren, und gleichzeitig gespannt auf das, was uns erwartete.   

In der Gedenkstätte angekommen, wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt und jeweils einer Führungsleiterin zugewiesen. Die Stimmung wurde ehrfürchtig, als wir über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers gingen und dabei zahlreiche interessante Informationen erhielten. Anhand alter Aufnahmen verglichen wir, wie es damals aussah, während wir uns genau an der Stelle befanden, an der einst das Foto gemacht wurde. Wir erfuhren, wie nah das KZ eigentlich am nächstgelegenen Dorf lag, wie die Menschen dort mit der Situation umgingen und – besonders wichtig – wie es den zahlreichen Gefangenen im Lager erging.  

Da Regen drohte, gingen wir in die ehemalige Wäscherei, die heute als Ausstellung dient. Dort konnten wir die Schicksale einzelner Menschen näher kennenlernen. Geordnet nach Herkunftsländern und Gründen der Inhaftierung, lasen wir bewegende Berichte – zum Beispiel über einen Zwangsarbeiter, der sich in die Tochter des Bauern verliebte, auf dessen Hof er arbeiten musste. Beide wurden schließlich verhaftet und deportiert.  

Anschließend gingen wir an der jüdischen Gedenkstätte vorbei zu einer Kapelle. Wetterbedingt hielten wir uns dort länger auf und verfolgten gebannt die Erläuterungen der Führungsleiterin. Der „Platz der Nationen“ und das Krematorium im sogenannten „Tal des Todes“ hinterließen einen tiefen Eindruck bei uns allen. Daraufhin erfuhren wir auch, dass die Aufarbeitung der grausamen Taten für lange Zeit eher unfreiwillig und durch äußeren Druck stattfand. Dies zeigten auch die Gräber ohne Inschrift, die in der Nachkriegszeit leider kaum aus freien Willen errichtet und in standgehalten worden sind. Als wir uns auf den Weg zurück zum damaligen Appellplatz machten, waren wir alle erstaunt, wie schnell die Führung sich dem Ende neigte.  

Zum Abschluss besuchten wir die ehemalige Lagerküche, in der heute eine Wander- sowie die Dauerausstellung „Was bleibt“ zu sehen ist. Nach einem kurzen Schlusswort war unsere Führung beendet. Den restlichen Aufenthalt nutzten wir, um uns Ausstellungen zur Nachkriegszeit anzuschauen, bevor wir uns auf den Heimweg machten. 

Text: Sophia Engelhardt (G11b), Bilder: Andreas Karl