Theorie trifft Praxis: Lebensmittelchemie an der Universität Regensburg

NTG-Schülerinnen analysieren Milchersatzprodukte im Schülerlabor und verbinden Chemie mit Alltag

Am 2. März standen für die NTG-Schülerinnen der 11. Klasse nicht Deutsch, Englisch, Musik oder Geschichte auf dem Stundenplan, sondern die praktische Anwendung chemischer Inhalte aus dem Unterricht. Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft, Frau Dr. Kolb, besuchten sie das Lehr-Lern-Labor der Chemiedidaktik an der Universität Regensburg.

Unter dem spannenden Titel „Lebensmittelchemie – Sind Milchersatzprodukte eine nachhaltige Alternative?“ tauchten die Nachwuchschemikerinnen vier Stunden lang tief in die wissenschaftliche Analyse unserer täglichen Nahrungsmittel ein. Die Versuchsreihe wurde von Frau Serve im Rahmen ihrer Zulassungsarbeit sowie von Frau Dr. Telser konzipiert.

Hafer-, Soja-, Mandel- oder Kuhmilch? Nach einer kurzen Einführung, bei der die Schülerinnen auch die spezifische Methode kennenlernten, mit der sie die Eingangsfrage im Laufe des Tages beantworten sollten, ging es direkt ins Labor. Unterstützt von zwei Lehramtsstudierenden sowie ihren Lehrkräften führten die Schülerinnen in Gruppen verschiedene Nachweisreaktionen für Makronährstoffe durch:

  • Proteingehalt: Ermittlung mittels Biuret-Nachweis.
  • Fettnachweis: Arbeiten mit Bromwasser im Abzug – eine Erfahrung, die im normalen Schulalltag so nicht umsetzbar ist.
  • Zuckerarten: Neben dem klassischen Stärkenachweis mit Lugolscher Lösung kam der Fearon-Test zum Einsatz, um Milchzucker (Lactose), Traubenzucker (Glucose) und Haushaltszucker (Saccharose) zu differenzieren.

 

Neben der chemischen Analyse durfte der sensorische Aspekt nicht fehlen: An einer Probierstation wurden die verschiedenen Drinks direkt verkostet, um die Brücke von der molekularen Struktur zum Geschmackserlebnis zu schlagen.

Als Abschluss wurde noch Veganer Käse mit Käse aus Kuhmilch verglichen: Zum Erstaunen vieler zeigte der Stärke-Nachweise bei der veganen Käse-Alternative eine deutlich positive Reaktion, nicht aber der Protein-Nachweis. Mit Blick auf die Inhaltsstoffe wird deutlich, dass dieser auch hauptsächlich aus Kohlenhydraten besteht.

Durch ihre Teilnahme unterstützten unsere Schülerinnen zudem die aktuelle Forschung der Chemiedidaktik, indem sie an einer anonymen Befragung zum Lernerfolg teilnahmen. Wir bedanken uns herzlich beim Team der Chemiedidaktik der Universität Regensburg für diesen spannenden Einblick in die Laborarbeit und die Welt der Lebensmittelchemie!

Text, Bilder: Michaela Kolb