Was kann das 21. Jahrhundert von gläubigen Menschen lernen?
Lesung von Tobias Haberl aus seinem Buch „Unter Heiden“
Manchmal kommt man sich wie ein Tier im Zoo vor, so wird man manchmal von den Menschen angegafft, wenn man sagt, man sei katholisch.
So umreißt Tobias Haberl, Redakteur bei der SZ, ein Lebensgefühl, das der gläubige Katholik bereits mehrfach in seinem Leben erfahren musste. Allerdings sieht er sich nicht in der Opferrolle, ganz im Gegenteil – Er dreht den Spieß um. Wo andere fragen, wie man im 21. Jahrhundert noch Christ sein kann, fragt Haberl stattdessen: Was kann das 21. Jahrhundert von gläubigen Christen lernen?
Für sein Buch „Unter Heiden“, das sich mit dieser Frage beschäftigt, erhielt er 2023 den Reporterpreis. Authentisch und reflektiert setzt sich der Autor mit dem Glauben in seinem eigenen Leben und den Spannungen zwischen Glaube und Welt im 21. Jahrhundert auseinander.
Der gymnasialen Oberstufe der DJDS und einem breiten Publikum, in das sich sogar Schulstiftungsdirektor Günter Jehl einreihte, las Haberl in einem voll gefüllten Gerhardingersaal am 20. Januar aus seinem Glaubenszeugnis vor. In drei thematischen Blöcken gab er Einblicke in sein Buch, wobei das Publikum nicht nur Zuhörer blieb, sondern in den jeweils angeschlossenen Diskussionsrunden ins direkte Gespräch mit dem Autor kam.
Das Themenrepertoire bediente unterschiedlichste kirchenpolitische und aktuelle Fragestellungen, angefangen bei Fragen zur Zukunft der Kirche überhaupt bis hin zu hitzigen Diskussionen um die Rolle der Frau in der Kirche.
Haberl selbst blieb sich und seinen Glaubensüberzeugungen treu, war aber zu jeder Zeit in der Lage, gerade den jungen Frauen der DJDS und ihren kritischen Anfragen offen und mit Verständnis zu begegnen.
Insofern konnte das Publikum nach gut zwei Stunden sehr persönliche Eindrücke in die Glaubensbiographie von Tobias Haberl auf der einen Seite und spannende sowieso hochaktuelle theologische und kirchenpolitische Fragestellungen mit nach Hause nehmen. Und eine denkbar simple Aufgabe, für die Haberl mit diesem Abend an den DJDS ein gelungenes Beispiel gegeben hat: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert, über die Hoffnung, die euch erfüllt.“ (1 Petr 3,15)
Initiiert wurde der Abend von StR i.K. Oliver Weiß in Zusammenarbeit mit der KEB Amberg-Sulzbach unter Christian Irlbacher.
Text: Oliver Weiß, Bilder: Hendrik Rosenboem


