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Gewalt gegen Frauen - was tun? [zurück zur Übersicht]

VorschauDer "Internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen", von den Vereinten Nationen eingesetzt, ließ Schülerinnen das Thema erforschen. Katrin Grosch und Sabine Kreiner boten als Referentinnen Einblicke und Hilfestellung.

Den von den Vereinten Nationen im Jahr 1999 erklärten „Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“ nahmen sich kürzlich Schülerinnen der 8. und 10. Jahrgangsstufe des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums Amberg im Rahmen des Unterrichts in Sozialkunde und Sozialpraktischer Grundbildung zum Anlass, das Thema auf vielfältige Weise zu vertiefen.

Bereits in den Wochen vorher befasste sich der Sozialkundekurs einer 8. Klasse mit dem historischen Hintergrund des „Internationalen Tages zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“. Die Ergebnisse wurden für den Aktionstag auf Infotafeln gesammelt und durch einen Büchertisch zum Thema ergänzt.

Die Mädchen recherchierten im Internet zu Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen der Diskriminierung und Gewalt. Zudem stellten sie Biografien bekannter Frauen und Mädchen zusammen, die in Vergangenheit oder Gegenwart auf verschiedene Weise Gewalt erfahren haben.

„Hör hin, schau hin, mach was!“, war das Motto des Vortrags von Katrin Grosch von der Polizeiinspektion Amberg, der den Schülerinnen zweier achten Klassen einen Einstieg zum Thema bot. Nach dem Aufzeigen der vielfältigen Formen verbaler, körperlicher und psychischer Gewalt wurde deutlich, dass diese nicht nur von Fremden ausgehe, sondern auch im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis auftreten könne.

Anhand von Filmsequenzen analysierten die Gymnasiastinnen Verhaltensweisen der Personen, die in einen Gewalt- und Mobbingfall verwickelt waren. Kurz stellte die Referentin dazu die rechtlichen Folgen für die Täter vor. Wichtig sei zudem, überlegt zu handeln, sowohl, wenn man sich als Opfer wehrt, als auch, wenn man als Helfer eingreift. Wichtig sei, wenn man Zeuge von Gewalt wird, nicht wegzuschauen und passiv zu bleiben, sondern dem Grundsatz entsprechend zu handeln: „Hinhören! Hinschauen! Etwas tun!“ Schon allein für Hilfe zu sorgen und zum Beispiel im Notfall über die „110“ die Polizei zu verständigen, kann hier der wichtigste Schritt sein, so Katrin Grosch.

Schnell schlüpften dann die Schülerinnen in einer Spieleinheit selbst in die Rolle von Beteiligten im Fall einer Belästigung im Citybus und erhielten die Aufgabe, Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Katrin Grosch gab Tipps und demonstrierte dabei, wie anderen in bedrohlichen Situationen einfach geholfen werden könne, ohne sich selber zu gefährden. Wichtig sei, nicht selbst gegen den Täter vorzugehen, sondern dem Opfer beizustehen und es aus der gefährlichen Stresssituation herauszulösen.

In einem zweiten Modul referierte Sabine Kreiner vom Sozialdienst katholischer Frauen vor Schülerinnen der zehnten und achten Jahrgangsstufe. Schwerpunkt des Vortrags bildete nach der Vorstellung der verschiedenen Fachdienste der Notruf des SkF für Frauen und Mädchen, der rund um die Uhr erreichbar ist. Dabei werde den in Not Geratenen telefonisch eine erste Hilfe geboten, die dann in der Beratungsstelle durch vielfältige Unterstützung wie Gespräche, Vermittlung von Therapien, Begleitung bei Behördengängen und bei der Wohnungssuche ergänzt werde.

Häufig wenden sich Frauen im Fall von Trennung, Scheidung, Schwangerschaft, aber auch bei den verschiedenen Formen psychischer, körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt an die Hilfsorganisation, so Sabine Kreiner. Oft findet diese Gewalt im häuslichen Bereich statt, zudem liegen Gewalterlebnisse, wie Vergewaltigungen, die nicht von den Opfern bewältigt werden können, lange Zeit zurück. Die Betreuungsmaßnahmen des SkF können sich dann auch oft über Wochen und Monate erstrecken. Zudem kann der Sozialdienst auch Notschutzwohnungen für Frauen, denen Gewalt widerfahren ist, bereitstellen oder den Aufenthalt in Frauenschutzhäusern vermitteln, erläuterte sie.

Sabine Kreiner verdeutlichte dabei den Schülerinnen die Gründe, die betroffene Frauen und Mädchen hemmen könnten, zur Polizei zu gehen oder an anderer Stelle um Hilfe zu bitten: Neben Scham, Schuldgefühlen, der Furcht vor dem Täter und vor erneuter Gewalt würden dazu Ängste beitragen, die Familie zu belasten oder vor Gericht sich die Gewaltsituation wieder vergegenwärtigen zu müssen.

Den Abschluss des 90-minütigen Vortrags bildete der Kurzfilm, der 2013 von den Teilnehmerinnen des P-Seminars Religion am DJDG zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ produziert wurde. Er führte das Thema des Tages nochmals in beeindruckender Weise den aufmerksamen Zuhörerinnen vor Augen. Die engagierte Beteiligung der Decker-Schülerinnen und ihre Reaktionen auf die Denkanstöße zeigten, dass diese Art, den internationalen Gedenktag zu begehen, gut ankam – und auf Resonanz stieß.

(djd-Bericht/kün vom 14.12.2015; Bilder: djd)

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